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Virus

Der Begriff VIRUS leitet sich von dem lateinischen Wort für GIFT ab. Er wurde während des ganzen 19.Jh. und noch zu Beginn des 20. Jh. für infektiöse Erreger aller Arten benutzt. In den dreißiger Jahren verwendeten die Wissenschaftler allgemein den Begriff "filtrierbares Virus"; er bezeichnet alle Erreger, die ein Filter passieren konnten, welches so feinporig war, dass es Bakterien zurückhielt. Heute nennt man nur solche submikroskopischen Erreger Viren, die kleiner als 0,3 Mikrometer sind.
Diese Erreger, deren Wirte Pflanzen, Tiere oder Bakterien sein können, sind Zellparasiten, d.h. sie können sich nur in Inneren einer Wirtszelle vermehren. Das Parasitenverhältnis kann zu Veränderungen der Wirtszelle führen und so verschiedene Krankheiten verursachen, im schlimmsten Fall führen diese Veränderungen zum Tod des Wirtsorganismus.
Man unterschied 3 Gruppen: Pflanzenviren, tierische Viren und Bakterienviren. Während mit dem Lichtmikroskop nur eine 1000 bis 2000fache Vergrößerung möglich war, erhielt man mit dem Elektronenmikroskop eine 300 000fache Auflösung. So sind heute chemische Zusammensetzung, Symmetrie und Struktur die Grundlagen für die Einteilung der Viren.
Fast alle Viren bestehen aus 2 Komponenten, einem Kern mit der Nukleinsäure, die die genetische Information enthält, und einer Hülle die das Core umgibt und schützt. Die Hülle besteht aus gleichartigen Proteinuntereinheiten und ist in manchen Fällen noch von einer weiteren Hülle aus Lipiden

Die genetische Information eines Virus kann, wie bei allen lebenden Organismen, in Desoxyribonucleinsäure (DNA) kodiert sein, bei manchen Viren erfüllt jedoch Ribonucleinsäure (RNA) diese Aufgabe.

Schritte der Virusvermehrung

Viren sind keine Zellen, aber sie brauchen Zellen. Sie müssen sich an eine Wirtszelle anheften und in sie eindringen, um sich fortzupflanzen. Die Viren der einzelnen Gruppen haben zwar verschiedene Wege zur Vermehrung entwickelt, aber man kann dennoch die Vorgänge im Vermehrungszyklus eines Virus allgemein zusammenfassen und so die Voraussetzung schaffen, um einzelne Virusgruppen zu verstehen.
Praktisch alle Viren müssen in ihrem Vermehrungszyklus acht grundlegende Schritte vollziehen:
Schritt 1:Das Virus heftet sich an die Wirtszelle.
Schritt 2:Das Virus oder seine genetische Information dringt in die Zelle ein.
Schritt 3:Die Nucleinsäure wird von ihrer Hülle befreit, sodass die Wirtszelle die genetischen Funktionen des Virus ausprägen kann.
Schritt 4: Als Nächstes wird im Lebenszyklus vieler Viren ein Teil der genetischen Information ausgeprägt, sodass nur eine Untergruppe der viruscodierten Proteine gebildet wird; diese Proteine bezeichnet man zusammenfassend als frühe Proteine des Virus. Sie können auf mehreren Wegen wirksam werden: In manchen Fällen tragen sie unmittelbar zur Vermehrung des Viruschromosoms bei. Bei anderen Viren schalten sie viele Aktivitäten der Wirtszelle ab, sodass die Stoffwechselwege der Zelle so weit wie möglich für die Virusproduktion zur Verfügung stehen. Manche Viren können sich dagegen nur in Wirtszellen vermehren, die sich selbst aktiv verdoppeln, und regen deshalb die Wirtszelle zur Teilung an.
Schritt 5: Die Nucleinsäure des Virus vermehrt sich, sodass das Viruschromosom schließlich in Hunderten oder sogar Tausenden von Kopien vorliegt.
Schritt 6: Nun wird der zweite Teil der genetischen Information des Virus ausgeprägt: die späten Gene. Sie kodieren Strukturproteine, darunter auch die Hüllproteine.
Schritt 7: Die Hüllproteine finden sich zusammen und bilden eine Kapsel um die Nucleinsäure des Virus. Schritt 8: Wenn viele neue Kopien des Virus ausgereift sind, verlassen sie die Zelle und greifen weitere Zellen an; dort beginnt der ganze Vorgang von neuem.

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